Das Übertragungsnetz und seine Mythen

Das Übertragungsnetz und seine Mythen

Das Übertragungsnetz und seine Mythen
Werner Götz, Chef  der  TRANSNETBW sprach Klartext
 
Bei dem 11. Energiepolitischen Frühstück seit der Bundestagswahl sprach Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung der TRANSNETBW GmbH, Klartext. Unter dem besonderen Titel „Das Übertragungsnetz und seine Mythen, räumte er mit Vorurteilen über die Stromübertragsnetzbetreiber auf, setzte aber zugleich differenzierte Akzente und plädierte schließlich für ein konstruktives Miteinander aller Netzebenen, besonders der Übertragungsnetz- und der Verteilnetzbetreiber. Die Stromnetze leben von genehmigten Netzentgelten zu relativ geringer Verzinsung. Dafür seien die Erträge jedoch sicher. „Hier verdient sich keiner eine goldene Nase“. Götz zeigte auf,. Das der Ausbau der Übertragungssnetze dringend erforderlich sei, um Windstrom von Norddeutschland in den Süden zu transportieren. Er gestand ein, dass verbrauchsnahe Erzeugung erneuerbarer Energien und von KWK-Strom den Ausbaubedarf an Fernleitungen gegenüber früheren Studien relativieren werde. Aber was jetzt genehmigt und in Bau ist, würde auch dringend gebraucht.

Götz verwies darauf, dass die Speicherkapazität für Strom sehr gering sei. Gerade 33 Minuten Stromausfall können alle deutschen Stromspeicher mit  0,4 Terrawatt Gesamtkapazität abdecken. Dagegen könne die Erdgasinfrastruktur 220 Terrawatt Speicherkapazität die Versorgung für drei Monate absichern. Deswegen sei es auch kontraproduktiv, auch die Versorgung der Mobilität und des Wärmemarktes mit Elektrizität abdecken zu wollen. Sektorkopplung heiße nicht Verschmelzung der Sektoren auf elektrischer Basis. Die Systeme Strom und Gas müssten beide intelligent ausbebaut werden und sich ergänzen. Das sei Sektorenkopplung.
Götz räumte auch mit der verbreiteten Ansicht auf, dass das benachbare Ausland Deutschland schon helfen werde, wenn es seinen Strombedarf für kürzere oder längere Zeit nicht selbst decken kann. Er zeigte, dass es zwischen Deutschland und den übrigen europäischen Ländern nur sehr geringe oder gar keine Austauschkapazitäten gibt.

Wichtig war der Hinweis von Götz auf die jüngsten Entwicklungen in der EU. Danach sollen die Übertragungsnetze in Europa künftig 70 Prozent ihrer Kapazität für den Stromhandel im Binnenmarkt reservieren, derzeit sind es in Deutschland faktisch 20 Prozent. Das bedeutet weiteren Druck in Richtung Netzausbau, aber auch in Richtung Optimierung der Netze. Mit einer Reihe technischer Innovationen ist die Übertragungskapazität im bestehenden Netz bereits deutlich erhöht worden und wird weiter erhöht werden.
Große Probleme bereitet die Akzeptanz des Netzausbau bei der betroffenen Bevölkerung. Die Kommu8nikation sei in der Vergangenheit nicht optimal gewesen. Die Erdverkabelung als Alternative zur Freilandleitung sei zwar um ein Vielfaches teurer, habe die Durchsetzbarkeit jedoch deutlich verbessert.
Hier können Sie sich den Vortrag von Werner Götz herunterladen.

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